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Samstag, 1. Mai 2021

Beziehungen 01 - Emotionale vs. mentale Gesundheit

Auch wenn im Leben die Träume in Erfüllung gehen und man die positive Welle seines Daseins gerade erlebt, auch dann merkt man, wie kleine Intermezzos von Grübeln und gemischten Emotionen auftauchen. Egal ob wahrhaftigen oder nur imaginären Gründe dafür gibt's.

Was tun?


Erstmal den Unterschied erkennen: geht es um emotionales oder mentales? Denn die beiden Begriffe, obwohl sie sich überschneiden, zu unterschiedlichen Stufen unserer Einheit als menschlichen Wesens gehören.

Der Himmel ist blau, die weißen Wolkenflocken ergänzen die weißen Schneekappen der Gipfel, die Vögel singen, der Gras wächst, die Sonne strahlt .... und du sitzt trotzdem im Haus, willst nach Draußen den herrlichen Frühlingstag genießen, aber "Etwas" hält dich gesperrt. Innerlich gesperrt. 

Das ist ein Zeichen, dass deine emotionale Gesundheit im Ungleichgewicht schwebt. Auch wenn du deinen Emotionen bewusst bist, schaffst du es nicht, von ihnen nicht geführt zu werden. Du weißt, es fehlt dir was. Du weißt möglicherweise, was es dir fehlt. Ob der Hacken bei dir liegt oder ob auch jemand anderen beteiligt sein könnte - du weißt es.

Wenn du es weißt, dann ist alles gut, sogar sehr gut. Denn du kannst entscheiden, was und wie zu tun ist. Es gibt Ereignisse im Leben, die wir wirklich nicht beeinflussen können und die beziehen sich meistens auf Gesten und Handlungen anderen Menschen. Wenn diese Menschen in unserer unmittelbaren Nähe sind, so taucht die Gefahr der Beeinflussung auf. Hier spielt eine Rolle, wie du auf alles, was du spürst, siehst, hörst, ahnst oder weißt reagierst.

Agieren statt reagieren - leichter gesagt als getan - aber sicherlich eine von den Lösungen, die uns helfen können.

Als M. mich vor etwa einer Stunde anrief, um mir über ihr Kummer zu erzählen, erkannte ich, dass wenn sie sich emotional nicht stärkt, so wird sie mental auch schwächer.

Wir sind nichts, absolut nichts als nur reiner Kopf. Die Macht der Gedanken über das Gespür des Herzens ist sicherlich eine gewaltig starke Sache, die uns zerstören aber auch glücklich machen kann. Vereinfacht: was wählst du heute aus von den Lösungen der bunten Mischung des Tages? Denn du wählst dein Schicksal in jedem Moment aus. Du kannst nur mit allen Gründen leben, unzufrieden zu sein und dann bleibst du so lange unzufrieden, bis du krank wirst oder du kannst nur mit allen Gründen leben, die dich glücklich machen.

M. sagte: "Ja, ich verstehe dies alles schon, aber mich stört, angelogen zu werden. Er sagt, er hat alles, er ist glücklich. Aber dann ertappe ich ihn auf Internetseiten, wo Menschen alles Mögliche suchen: Flirt, Beziehungen, Freundschaften, Sex, Partnerschaft usw. Warum, wozu denn? Laute Frauenprofile auf einem Bildschirm .... "

Tjaaaaa .... egal ob weiblich oder männlich, die Welt des Internets ist eine Droge. Bei Paaren hat sich erwiesen, dass meistens ER virtuell unterwegs ist und SIE fühlt sich betrogen. Denn aus einem "unschuldigen" Flirt kann immer etwas mehr werden und aus "etwas mehr" kann eine ultimative Änderung kommen, die zur Zerstörung der Beziehung führt. Nur weil der-/diejenige, der/die dauernd "etwas anderes" sucht, sich nie zur Ruhe bringen lassen kann. Geschlecht und Alter spielen keine Rolle. Der Charakter spielt eine Rolle und das eigene Gleichgewicht spielt eine Rolle. Menschen die ständig "etwas anderes" suchen vermissen und gleichzeitig verpassen etwas in ihren Leben. Und wenn es um eine Beziehung bzw. Partnerschaft geht, dann leidet jemand unvermeidlich darunter. Meistens in der Stille des Schweigens.

Als mental Trainer kann ich keine Lösungen finden oder anbieten. Ich kann nur Fragen stellen. Die richtigen Fragen zu stellen ist als man jemandem die Augen öffnet. Wir haben oft Angst uns bestimmte Sachen zu fragen. Und das führt nur zu einer Verlängerung der Unsicherheit und als Grundlage einer Krankheit, die sich seelisch schleicht.

Emotionale Gesundheit kann man so definieren:

# Sei deinen Emotionen bewusst, egal ob positive oder negative. 

# unterscheide Emotion von Gedanken. Emotionen sind Gefühle in motion (in Bewegung).

# finde eine ruhige Ecke, schließ die Augen und sag es dir: "ICH BIN". Denn DU BIST es wirklich. Es ist total unwichtig wie du bist. Wichtig ist nur, dass DU BIST. Dass kann dir keiner wegnehmen.

# zähle deine Herzschläge, zähle sie so lange, bis du eins mit deinem Herz bist.

# geh nach Draußen und singe für dich.

# lerne, dich lieb zu haben.

# lerne, dich zu lieben - denn "dich lieb haben" und "dich lieben" sind getrennte Werte, unterschiedliche Stufen einer Emotion "LIEBE" genannt. Du magst jemanden, dann hast du ihn/sie lieb und dann liebst du ihn/sie - oder nicht, es ist immer abhängig von der Beziehung, die mit der jeweiligen Person hast.

# lerne dir selbst zu helfen

# liebe möglichst bedingungs- und erwartungslos, ohne "ja, aber ...." - weil "ja, aber ..." gibt es in Unmengen und wirken als Belastung.

# bevor du jemanden verstehst, wie er/sie tickt, verstehe dich wie du selbst tickst.

# lass dich vom Wetterumständen nicht groß beeinflussen, denn es gibt kein "schlechtes Wetter", nur die unpassenden Klamotten dafür.

# erlaube es dir ab und zu unzufrieden, unsicher, traurig zu sein - aber verlängere das Dasein dieser Emotionen nicht, die sind auf Dauer ungesunde Gäste in deinem Haushalt.

# bleibe begeisterungsfähig, denn die Begeisterung hat eine gewaltig große positive Macht über die Psyche und Taten/Handlungen.


Mentale
 Gesundheit steht natürlich in enger Verbindung mit der emotionalen Gesundheit.

# stelle fest, dass du deine Emotionen im Griff hast.

# unterscheide deine Gedanken von deinen Emotionen.

# beurteile die Gedanken nicht, nimm sie einfach so auf, wie sie kommen, lade sie herein ein, lass sie für eine Weile bleiben und dann lass sie wegziehen. Die Gedanken brauchen ihren Freiraum. Genau wie du, genau wie dein Partner/deine Partnerin.

# visualisiere die Gedanken als seien sie Affen in deinem Kopf und mach dir ein lustiges Bild darüber. Damit kannst du bestimmt Vieles mit mehr Humor betrachten. Mach ein Spiel, stell Fragen, sprich mit deinen Affen. Die antworten. Immer, versuch es nur!

# mach körperliche Bewegung, fordere deine Energie heraus.

# denke bewusst an die schönsten Momente deines Lebens

# sei dankbar für alles, was du hast und bist.

# sei dankbar für alles was du nicht hast und für alles was du nicht bist :-)

* * *

Und weil diesen Posten sich auf einer Beziehungsproblematik bezieht:

# das Vertrauen im Allgemeinen hat ein unendliches Spektrum und wir brauchen Portionen von Vertrauen um überhaupt leben und überleben zu können. Im Verkehr, in der Beziehungen mit unserem Mitmenschen, in uns. Ich vertraue meinem Körper, dass er mir dient, aber dafür muss ich ihm zuerst dienen - kümmere ich mich um ihn, so kümmert er sich um mich - genauso ist eine Beziehung.

# das Vertrauen braucht Zeit. Es ist kein Geschenk aus dem Regal, es ist ein Prozess. Du sagst, er lügt dich an, weil er unehrlich ist. Etwas zu verstecken wirkt wie eine Lüge meistens, klar. Aber "die Wahrheit" von ihm unbedingt-unbedingt heraushören zu wollen bringt dich auch nicht weiter, denn oft hat er selbst keine Ahnung, warum er das macht, was er macht. ER, der Mensch. 

# "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" - kann wohl stimmen, aber bevor du dieses Prinzip in deiner festen Beziehung durchführst, frag dich, wohin es führt .... du wirst den anderen nie wirklich kontrollieren können, Kontrolle bedeutet vom Start, dass dort kein Vertrauen sich entwickeln kann. Lass dir Zeit um zu entscheiden. Gib eine Chance. Ob drei Monate, ob sechs oder zehn Monate - dass muss du selber wissen.

# es gibt kein Rezept, keine Lösung. Denn wir sind alle viel zu unterschiedlich und so sind unsere Beziehungen auch.

# das Vertrauen ist natürlich ein absoluter Grundgefühl und deswegen so wichtig im Leben. Sie kann nur mit der Zeit aufgebaut werden, sie ist keine Zahl in Euro Millionen-Spiel, die du gewinnst oder nicht.

# bleibe nie mit jemandem, der dich nicht haben möchte und wenn es um eine Liebesbeziehung geht, bleibe nie mit jemanden, der dich nicht liebt so dass du es tatsächlich spürst. Bleibe nie in einer Beziehung, wo du selbst den anderen nicht wahrhaftig liebst. Nur "liebhaben" genügt ab einer bestimmten Stufe der Beziehung nicht mehr. 

# kommuniziere, sprich, es gibt keine Tabu-Themen. Auch wenn du weißt, dass der andere dich anlügt - bewusst oder durch Schweigen/Versteckspiele. Wenn es tatsächlich um etwas Ernstes geht und du überzeugt bist, der andere lügt dich an im Sinne eines eventuellen Betruges (egal ob beabsichtigt oder nicht, wer sucht, findet auch immer "etwas besseres" außer der Beziehung), die Sache wird früher oder später auf jeden Fall platzen.

# LIEBE: definiere für dich und mit dem anderen wie die Liebe sich manifestiert. Denn jeder verkehrt im Leben auf seine eigene Karte. Beispiele:

## wenn ich liebe, ich mag den anderen überraschen (mit einem Geschenk, mit einer Geste, mit einer Tat für ihn);

## wenn ich liebe, ich mag dem anderen jeden Tag sagen "ich liebe dich" - vorausgesetzt, es kommt von beiden Seiten;

## wenn ich liebe, ich mag mit dem anderen zusammen sein, die berühmte Zweisamkeit: zusammen essen, zusammenspielen, zusammen Pause machen, zusammen schweigen - einfach beide zusammen die gleiche Sache machen oder im gleichen Raum sein.

## wenn ich liebe, kontrolliere ich nicht - ob dies die "richtige" Entscheidung ist kann nur jeder für sich festlegen. Wir tendieren alle mehr oder weniger zu kontrollieren, also .... warum? Nur weil wir Angst haben, für etwas nicht vorbereitet zu sein und für was im Leben kommt, egal wie und wann es kommt, sind wir im Grunde nie vorbereitet!

## wenn ich liebe, ich mag den anderen loben, ihm meine Wertschätzung zeigen.

## wenn ich liebe, ich mag den anderen immer helfen, egal um was es geht und wo ich auch immer kann (Hilfsbereitschaft). Das bringt die andere Freude und das macht mich glücklicher als ich bin - geteilte Freude ist doppelte Freude.

## Zärtlichkeit ist auch eine meiner Sprachen der Liebe.

## wenn ich liebe, ich kümmere mich um den anderen, ich versuche zu verstehen, ob er absichtlich alleine bleiben will oder er doch gerne hätte, dass ich mich zu ihn geselle.

usw



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