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Sonntag, 22. Oktober 2017

Bewusstseinerweiterung ohne Drogen

– Ein Beitrag von Lutz –

Dieser Begriff wird oft benutzt, um einen Schritt zu bezeichnen, den ein Mensch unternimmt, um in seinem Leben etwas zum Positiven zu verändern. Wer damit beginnen möchte, sein „Bewusstsein zu erweitern“, startet vielleicht erst einmal damit, sich zu informieren, in welche Richtung eine solche Erweiterung führen sollte.
Und damit beginnt eigentlich schon die Bewusstseinserweiterung, der Suchende ist schon mitten drin, bevor er es überhaupt gewahr wird. Welche Klippen und Hürden dabei auftauchen können, welche Chancen und Risiken auf einen lauern können, versuche ich im folgenden ein wenig zu schildern.
Seit Jahrtausenden ein Anliegen der Menschen
Der Begriff taucht seit vielen Jahrtausenden in der Menschheit auf. Das Ziel aller Religionen ist eine Verbesserung des Lebens der Menschen, und der Weg zu diesem Ziel taucht unter verschiedenen Bezeichnungen auf: „Der Weg“, wie ihn die Urchristen nannten, die „Erleuchtung“ der Buddhisten oder auch das Nirwana, wohin die Erleuchtung führt, das Erreichen einer göttlichen Persönlichkeit (Boddhisatva), das Leben in einem indischen Ashram und viele andere. Die Wege dorthin sind ebenso vielfältig: Ein Leben im Kloster in Meditation, ein Leben in Armut und Entsagung, als Eremit, als weiser Guru in Asche in Indien, als Heiler in einer der geistigen oder religiösen Kontexte des Ostens oder Westens, als Schamane in einem indianischen Umfeld und vieles andere mehr. Alle diese Wege sollen zu einem Ziel führen: Die eigenen Fragen um die Haken und Ösen des Lebens zu beantworten. Und die Fragen sind ebenso vielfältig: Was ist der Sinn meines Lebens? Bin ich wiedergeboren worden? Wohin gehe ich nach meinem Tod? Wie kann ich meine Traurigkeit auflösen? Wie kann ich meine Wurzeln finden? Wie komme ich zu einem schönen Liebesleben? Was sind meine Emotionen? Wie werde ich reich? Was ist Liebe? Wer ist Gott? Das sind nur wenige Fragen, auf die eine Antwort zu finden immer wieder versucht wird.
Der Beginn der Reise
Auf dieser vorliegenden Website wird ein wichtiger Punkt genannt, der dazu führen kann, dass ein Mensch einen Wendepunkt in seinem Leben herbeiführt: Ein Krise. Solange das Leben funktioniert, der Wohlstand sich mehrt und von außen! betrachtet, alles in Ordnung zu sein scheint, werden nur die wenigsten Menschen auf die Idee kommen, an ihrem Leben etwas ändern zu wollen. Erst durch eine Krise werden viele Menschen aufgerüttelt, über sich und ihr Leben nachzudenken.
Die Krise als Startpunkt zum Nachdenken muss nicht immer eine absolute Katastrophe sein wie der Tod eines nahen Familienangehörigen, eine Ehetrennung, Verlust des Arbeitsplatzes und des sozialen Status oder eine Suchtkrankheit. Manchmal genügt schon einfach ein Gefühl der Sinnlosigkeit, eine innere Leere, die Fragen nach dem Wie oder Warum?
Und dann wird die nächste wichtige Voraussetzung genannt, die zu einer Bewusstseinserweiterung notwendig ist: Der Mensch muss offen sein und beweglich. Er muss bereit sein, auf die kommenden Erlebnisse zu reagieren, in dem er die notwendigen Schritte auch wirklich in seinem Leben umsetzt, das Erfahrene in Realität umwandelt.
Diese innere Beweglichkeit ist eine Grundvoraussetzung für eine Bewusstseinserweiterung oder eine weitere Erleuchtung. Denn von welchem Nutzen ist eine Erkenntnis, wenn man sie nicht in die Tat umsetzt, wenn man seinen Umgang mit sich selber und seiner Umwelt nicht ändert? Zumal man, wenn man keine aktive Veränderung vornehme, auch keine weiteren Erfahrungen mehr machen kann: Der Betreffende hat sich dann in eine Sackgasse hinein manövriert.
Die Selbstwahrnehmung oder: Warum sind Bilder und Träume wichtig?
Träume sind wichtig für den Menschen. Im Schlaf und dann im Traum sind die Schranken, die unsere Ratio uns auferlegt, verschwunden. Unser Unterbewusstsein, wie es die westlichen Psychologen bezeichnen, oder unser Über-Ich oder das Göttliche Ich im östlichen Kontext kann mit unserem Bewusstsein in Kontakt treten. Dies wird in Bildern geschehen. Diese Bilder können auch mittels Meditation oder durch bewussten Gebrauch von Drogen „abgerufen“ oder angeregt werden. Gerade die Meditation ist in den letzten Jahren sehr intensiv erforscht worden. Meditierende gelangen in einen schlafähnlichen Zustand, in dem die Alpha – und Thetawellen des Gehirns dominieren. Die Alphawellen werden im EEG gemessen, wenn ein Mensch beginnt, zu schlafen. Thetawellen dominieren in der Traumphase. Menschen, die mit der Meditation gerade beginnen, werden vor allem in die Alphaphase gelangen, geübte werden in der Thetaphase traumähnliche Zustände erleben. Warum wirkt die Meditation positiv? Laut Untersuchungen reduzieren zwei mal 20 Minuten Meditation täglich das Herzinfarktrisiko um ca. 60 %. Weil die Traumphase des Menschen die das Über-Ich, den Kontakt zu unserer eigentlichen Urperson, zu unserem Kern, ermöglicht. Träume erzählen über unsere Ängste, über unsere Hoffnungen, unser Leben ohne den Filter des Gehirns, unserer Ratio. Und Träume koordinieren nicht bewusst verarbeitete Tageserlebnisse.
Das Aufräumen
Darum kann man sagen, dass Träume unser „Aufräumkommando“ sind. Dieses Aufräumen, das in der Meditation bewusst geschieht, unterstützt also unsere Erkenntnis über uns selbst. Ängste, Hoffnungen, Trost, Liebe werden uns bewusst gemacht. Die Wahrnehmung der eigenen Person wird gesteigert, wenn man auf diese Signale in Träumen oder der Meditation reagiert. Und gerade wir westlich ausgestalteten Menschen haben mit der Selbstwahrnehmung oft erhebliche Probleme. Dieses unterbrochene Verhältnis zu den eigenen Bedürfnissen, Emotionen, Ängsten und Freuden sind die Ursache für viele Leiden.
Viele Krankheiten werden durch solche unbewussten Emotionen ausgelöst. Ich selber wäre einmal beinahe an einer zentralen Pneumonie gestorben, die laut meinen Ärzten bei meinem allgemein guten Gesundheitszustand in dieser Heftigkeit nur durch schwere psychische Probleme hätte ausgelöst werden können (Zitat bei der Aufnahmeuntersuchung: „Der hat zwar Übergewicht, darunter ist aber ein gut durchtrainierter Muskelapparat – den werden wir wohl durchkriegen.“ Und Herzinfarkt, Magen – und Darmkrankheiten, Rückenbeschwerden und viele andere Krankheiten werden zu einem hohen Prozentsatz durch nicht bearbeitete seelische Konflikte ausgelöst.
Diese Aufräumarbeit kann also auch durch Meditation verbessert werden, wohl auch durch Drogenerlebnisse. Allerdings darf man nicht vergessen, dass diese Erlebnisse auch erschreckend sein können, ich habe dies bereits selber erlebt und auch mit anderen Meditierenden zusammen. Wer kann mir dann bei der Interpretation dieser Erlebnisse behilflich sein? Wer sagt mir, was dort mit mir passiert ist? Möglichst sollte man den Rat eines versierten Menschen in Anspruch nehmen oder sich zumindest mit lieben Freunden darüber unterhalten.
Ein Beispiel
Warum sind aber diese Erlebnisse aus Bildern und Träumen wichtig? Weil sie mir etwas über meine wahren Gefühle sagen, sie machen sie mir bewusst. Ein Beispiel: Ich halte mich für einen Menschen, der normalerweise friedfertig eingestellt ist. Ich gehe Auseinandersetzungen zwar nicht aus dem Weg, aber ich versuche diese, möglichst mit meinem Kopf und meinem Herzen zu lösen. Einmal kam eine Zeit, in der ich mit jemandem einen heftigen Streit hatte und mir keine Lösung einfiel. Ich erlebte in der Meditation, wie mir ein Engel die Bundeslade der alten Juden zeigte. Darauf sind zwei geflügelte Wesen, die diese Lade bewachen. Diese Wesen setzten sich auf meine Schultern, wurden zu Falken und stiegen in den Himmel. Ich interpretierte das so, dass ich jetzt zu kämpfen hatte. Und das war auch richtig so. Durch meinen Kampf entstand auch für den anderen eine Lage, aus der heraus er reagieren musste, sich mit mir an einen Tisch setzte und wir konnten die ganze Situation bereden. Aber als mir dieser Engel erschien, ein furchterregendes Geschöpf, nicht so kitschig wie auf Postkarten, wurde mir schon recht flau im Bauch. Ich hatte aber auch Menschen, die ich wegen dieses Erlebnisses um Rat fragen konnte. Ich denke, dass dies ein ganz wichtiger Faktor ist.
Wenn man aber solche Konflikte nicht löst oder meint sie zu lösen, in dem man sie unterdrückt oder einfach aussitzt, wird ein Konflikt entstehen, der über längere Zeit ausgehalten, eine Krankheit auslösen wird.
Auch andere Situationen, die meine Lebensenergie unterdrücken, ständiger Druck am Arbeitsplatz, ständige Unzufriedenheit, Krankheit naher Angehöriger, Dinge, die ich nur tue, weil es sich so gehört (Rollenverhalten), Dinge, die ich tue, weil es von mir erwartet wird, all das kann mich auf Dauer krank machen.
Wege der Veränderung
Oft sind die Auswege sehr, sehr schwer zu gehen. Ein Lebensstil, der sich über viele Jahre hinweg eingefressen hat, ist oft nur mit Schmerzen für eigentlich alle Beteiligten zu verändern. Der Papa, der zehn Stunden und mehr gearbeitet hat, ist zwar nach dem Herzinfarkt viel mehr zu Hause, der Lebensstandard, an den sich alle gewöhnt haben, ist aber um einiges gesunken. Oder eine Ehefrau trennt sich von ihrem Mann, weil er ihr überhaupt keine Möglichkeit gibt, sich zu entfalten. Sie möchte arbeiten, er wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen.
Oder der Wechsel eines Arbeitsplatzes bringt Veränderungen in allen Bereichen des Lebens mit sich. Oder, Oder, oder. Umstellung der Ernährung, des Tagesplanes, der Freizeitaktivitäten.
Die Gegenwehr
Außerdem werden Menschen, die sich um ihr Inneres kümmern, auch in unserer heutigen, ach so aufgeklärten Welt sehr mit Skepsis betrachtet. Psychospinner, Asiomane, Esozicke, Waldschrat und was es da alles für Nettigkeiten seitens der etablierten Zeitgenossen gibt. Viele dieser Unkenrufer sorgen aber, indem sie diesen Weg der Erkenntnis, der Bewusstseinserweiterung ablehnen, sehr intensiv für den Umsatz der Pharmaindustrie im Marktbereich der Psychopharmaka. Denn beim Arzt landen diese Menschen auf kurz oder lang gewiss. Aber das ist halt ein etablierter Weg:„nimm `ne Pille und gut is‘.“ So machen‘s halt alle.
Bewusstseinserweiterung oder Heilung
Und so kommen wir wieder zurück zum Thema „Bewusstseinserweiterung“ oder „Erleuchtung“ oder „Heilung“. Warum hier der Begriff „Heilung“? Weil ich denke, dass nach dem vielen, was ich in den letzten Monaten und Jahren gelesen und gelernt habe, am Ende einer Bewusstseinserweiterung für mich ein Heilungsprozess steht. Wenn ich gelernt habe, dass mein Verhalten meinen Vorgesetzten gegenüber mich krank macht, weil ich mir alles gefallen lasse und letztlich mein Magen mit Übersäuerung reagiert, kann ich Pillen nehmen und so weiter machen oder ich kann mich zur Wehr setzen, oder kündigen oder anderes und mein Magen wird wieder ohne Tabletten gesund. Und so folgt einer Erkenntnis oder einer Bewusstseinserweiterung, denn mein Problem war mir ja vorher nicht bewusst, eine Handlung und daraus eine Heilung.
Die großen Religionen kennen Wege aus unheilvollen Situationen. In der Bergpredigt sagt Jesus, wir sollen uns nur Gedanken machen über unseren heutigen Tag, der alleine hat schon Sorgen genug. Der Buddhismus nennt es das Leben im Heute. Ehrlichkeit, Liebe, Friedfertigkeit werden immer wieder als Grundlage für ein zufriedenes Leben genannt. Wobei diese wenigen Begriffe alleine schon Stoff genug für viele Dicke Bücher geliefert haben und noch liefern werden. Sie hören sich so einfach an, jeder nimmt sie oft und gerne in Anspruch, aber wer kann sie wirklich erklären?
Ehrlichkeit anderen Menschengegenüber ist wichtig, aber genauso wichtig ist die Ehrlichkeit mir selber gegenüber. Und das ist schon sehr schwierig. Es ist schwer, überhaupt zu erkennen, wann man gegen sich selber unehrlich wird. Ist die Geschwindigkeitsübertretung bereits ein Verstoß dagegen, der kleine Betrug beim Lohnsteuerjahresausgleich, oder erst ein kriminelles Delikt? Ist man unehrlich sich selber gegenüber, wenn man sein Übergewicht ignoriert? Das Rauchen nicht einstellt, der Alkoholkonsum zu hoch ist. Ist man unehrlich, wenn man seine persönlichen Briefe nur von der Firma aus wegschickt? Ist man unehrlich, wenn man jeden Tag zu seiner Zufriedenheit einkaufen gehen muss? Es gibt unzählige Möglichkeiten, gegen sich unehrlich zu sein. Aber man muss auch beachten, dass vieles eine persönliche Einstellung ist, dass es kein allgemeingültiges Maß gibt für den Grad der Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Hier tritt mit Sicherheit bereits eine Bewusstseinserweiterung ein, wenn man sich darüber ehrliche! Gedanken macht.
Dieses Maß muss jeder in seinem Leben für sich selber finden. Man muss sich selbst bewusst werden in seinen Bedürfnissen und seinen Sorgen und Nöten. Aber man muss auch die Gegenmittel kennen, denn keinem ist damit geholfen, dass man zwar erkennt, was einen belastet, aber der Weg hinaus unbekannt ist. Für viele Menschen ist ein religiöser Weg sehr wichtig, wie immer er auch gestaltet sein mag.
Dabei ist es interessant, welchen Wert für viele Menschen die Religion ihres eigenen Umfeldes hat. Im Westen ist der christliche Glaube seit der Renaissance systematisch demontiert worden. Allerdings wurde die Kirche an sich in ihrer Position als Machtfaktor belassen. Als Religionsersatz boten sich Wissenschaft an, die scheinbar alles erklären konnte und die Wirtschaft, die die materiellen Probleme lösen sollte. In den letzten hundert Jahren hat sich diese Entwicklung derart manifestiert, dass viele der sozialen Festpunkte, die den Menschen ihre Sicherheit gaben, wie Familie oder Dorfgemeinschaften, aufgelöst wurden. Scheidungsraten steigen in die Höhe, die Mehrheit der Bevölkerung wohnt in Städten, wo sich keiner kennt. Scheinbare Sicherheit wird im materiellen Wohlstand gesucht, der ja die Wirtschaft unterstützt. Das Maß des Erfolges einer Regierung ist das Bruttosozialprodukt, der Wert der Produktion eines Volkes in einem Jahr. Aber interessanter weise wird der Erfolg einer Regierung nicht am Maß der Bevölkerungsgesundheit gemessen. Dieses Maß gibt es meines Wissens nach nicht.
In den asiatischen Ländern findet mittlerweile eine ähnliche Entwicklung statt. Auch dort opfert man alte soziale Werte dem Einkommen und dem Wohlstand. Die Wirtschaft und die Wissenschaft bestimmen auch dort in immer stärkeren Maße das Leben der Menschen.
Im Westen findet aber eine Entwicklung statt, die sehr östlich ausgerichtet ist. Viele westliche Menschen suchen den Sinn ihres Lebens nicht mehr im Reichtum, im großen Auto und riesigen Haus. Sie begeben sich auf die Entdeckungsreise der östlichen Religionen und versuchen, sie in ihrem eigenen Leben umzusetzen. Sicherlich ist dies zur Zeit sehr modern, auch wenn die Entwicklung schon im letzten Jahrhundert begann, als Denker und Dichter wie Novalis oder Hermann Hesse ihre Werke schufen. Wobei in den letzten zwanzig Jahren sicherlich durch die Reisen der Popstars wie die Beatles oder Madonna gewisse Höhepunkte erreicht wurden.
Aber diese Wege haben für uns westlichen Bürger, die von Industrie, Politik und Religion enttäuscht sind, sicherlich einen Vorteil: Sie sind neu, interessant, modern und nicht abgedroschen. Dabei kann man problemlos im Buddhismus oder Hinduismus viele Parallelen zur christlichen Religion entdecken. Man muss dazu wirklich nicht viel interpretieren oder große Gedankensprünge machen.
Welcher Weg ist der richtige?
Aber im Prinzip ist es egal, welchen Weg man geht, um sein Bewusstsein zu entwickeln. Man muss ihn nur gehen, und zwar ernsthaft. Bei dem Wort „ernsthaft“ fällt mir auf, dass bisher sehr wenig von Humor oder Freude zu lesen war. Selbstverständlich ist es ein Ziel einer Bewusstseinserweiterung oder des Bewusstwerdens, Humor zu entwickeln, Lebensfreude zu entdecken. Denn was hindert uns daran, uns zu freuen? Das unsere Probleme so überhand nehmen, dass wir uns über nichts mehr freuen können. Und ein Bewusstwerden eines Problems, das entsprechende Handeln und die daraus entstehende neue Lebenssituation führen zur Entwicklung von Freude. Freude am Leben, an der Natur, an Freunden, Kindern und so weiter. Ich las einmal, dass man einen echten, guten spirituellen Lehrer an seinem feinen Humor erkennt. Eine schöne Aussicht, oder? Wo bleibt die Freude? Viele Dinge kenne ich, über die ich mich freuen kann. Eine laue Frühlingsnacht, der Duft der Hyazinthen im Blumenbeet, meine kleine Katze, die schnurrend auf meine Schoß liegt, ein gutes, bewusst zubereitetet Essen, der Duft meiner Freundin in meiner Nase, ihr Haar auf meiner Haut. Mich erfreuen vor allem Kleinigkeiten, Details, denn die gibt es gratis. Aber ich kann mich an Zeiten erinnern, da erkannte ich diese Dinge nicht, ihr Wert war vor mir verborgen.
Es muss ein praktischer Nutzen spürbar sein
Für mich besteht die Bewusstseinserweiterung nicht aus einem rein intellektuellen Vorgang. Im Gegenteil, wenn ich eine Erweiterung meines Wissen um mich selbst nicht praktisch in die Tat umsetzen kann, ist es für mich wertlos. Wenn ich Menschen sehe und ihnen zuhöre, die so viele Lösungen für die Problem anderer parat haben, werde ich immer skeptisch. Ist dieser Mensch sich seiner eigenen Probleme bewusst, kann er sich überhaupt um sich selbst kümmern? Oft gibt es ein ausgeprägtes Helfersyndrom, das manche Leute dazu bewegt, immer gute Ratschläge für andere zu haben, sich aber nicht um die eigene Realität zu kümmern. Und um ein wirklich guter spiritueller Lehrer für andere zu werden, bedarf es einer langen, unangenehmen und schwierigen Ausbildung. Viele Leute arbeiten daran 10, 15 Jahre und mehr!
Viele Fallen unserer Zeit wurden ja bereits auf dieser Site angesprochen. Es sind der materielle Wohlstand, der ständige Konsum, die Möglichkeiten, sich sein Leben leicht zu machen, Fernsehen, Autos, Medikamente, Essen, Einkaufen, Alkohol, Drogen, Sport, Geldspiele, um nur noch einige hinzuzufügen. Nie war es einfacher, sich sein Leben angenehm zu machen. Aber trotzdem steigt der Alkoholkonsum, die Psychopharmaka erfreuen sich ständig steigender Beliebtheit. Unsere Welt ist also nicht so heil, wie wir sie gerne hätten.
Aber das Herausfinden unserer eigenen persönlichen Knackpunkte, das Bemerken unserer eigenen Person, das Empfinden unserer Bedürfnisse und Freuden bedarf einer weiten Reise, deren tatsächliches Ziel niemand vorhersagen kann. Ich weiß nur, dass dabei viel Angst auf dem Weg ist, viel Spannung und sehr viel Freude. Dies alles bewusst mitzubekommen ohne sich zuzuknallen mit irgendwelchen Dingen, ist für mich ein Abenteuer der Bewusstseinserweiterung, der Erleuchtung oder was auch immer. Aber es ist enorm spannend und macht sehr viel Spaß.
Und ich war bisher nie alleine auf meinem Weg, ich finde immer Begleiter. Lehrerinnen und Lehrer, interessanter weise mehr Lehrerinnen. Freunde, Menschen die ähnliches erlebt hatten wie ich. Es ist immer jemand dabei, der ein gutes Wort für mich hat und dem ich wertvoll bin. Dies ist ebenfalls eine sehr wichtige Erweiterung meines Bewusstseins.
Quelle ist hier.

I'm WATCHing YOU!! :-)