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Freitag, 13. November 2015

Abgrundrutsche

"Gott, warum kochen die so langsam?!"
Sie hat seit zu lange Zeit viel zu wenig gegessen und heute erst kriegt sie das Gefühl, das schmerzhaften Gefühl einer riesigen Leere im Magen. Das Wasser kocht zu ineffizient für sie, die Kartoffeln sind zu hart und sie muss warten ...
Immer warten ....
WARTEN und abwarten sind die Hauptelemente ihres Lebens seitdem sie hierher ihr ganzes Leben umgezogen hat, es mitgeschleppt hat. Hierher nach Österreich.
Alles entwickelt sich in einem komischen Rhytmus oder stirbt in einem komischen Rhytmus.
Alles läuft nach Terminvereinbarungen und wenn Du am dringendsten brauchst, dann kriegst Du einen Termin in 8 Wochen erst - und dazu muss Du einfach sagen, "Glück gehabt". So war die Geschichte im Februar, als der Internist ihr sagte, sie hätte eine Tumor in der linken Niere. 

Dieses Jahr ist nur so gelaufen und das Gefühlt, kein einzigen Schritt nach vorne gehen zu können erwürgt sie wahrhaft.

Heute Abend kommt noch diesen Hungerschmerz .....
Vorgestern Tee und Brot, drei Äpfel und Nüsse, gestern war Brot mit Milch, aber heute wird es nicht mehr reichen.
Der Reis findet sie nicht, da nach dem Umzug kam Chaos, Arbeit, Leiden und dann .... Schock! So ist alles einfach stehen geblieben, viele Sachen liegen noch in Schachteln und die Tür des Zimmers bleibt zu. Sie kann es nicht mehr anschauen .... es ist genau wie ein Gefühl des Todes. Wenn ein Mensch in einem Haus wohnt, er hat und benutzt seine Sachen, er liest sein Buch .... dann stirbt er plötzlich und alle Dinge im Haus bleiben unbewegt. Die Zeit bleibt still. Die Luft friert ein. Vielleicht eine Mücke fliegt noch verirrt zwischen die Wände und findet der Ausgang nicht mehr..... Verstehs Du das Gefühl?! Spürst Du es?!

Die Küchenuhr schreit und sie geht eifrig zum Topf. 
"Gott, warum kochen die so langsam?! Hey, was ist los mit euch? Warum läßt euch nicht weichen? Ich musste es tun .... ich musste vor dem Leben weich werden, meine Güte ...... "

Ja, sie musste es einfach tun .... wie sie so niedergeschlagen denkt: "Das Leben steckt Dich immer in einer Ecke. Sie zwingt Dich einfach. Immer! Besonders wenn Du denkst, Du hast alles hinter Dir, dann kommt das Leben mit einer Ohrfeige und Du fällst hin und bleibst dort für eine Weile. Wie lange noch?!

Nach 20 Minuten sind die fünf Kartoffeln immer noch nicht weich genug. 
"Egal was, nach 5 Minuten esse ich euch! Ich kann nicht mehr warten, habt ihr verstanden?! Oder sei ihr deppert??

DEPPERT - das ist ein Lieblingswort der Österreicher. Wie "Scheiße" oder "Dummkopf" bei den Deutschen, "bullshit" bei Amerikaner, "merde" bei Französen.
Sie durfte hier dieses Wort sehr oft hören. Eigentlich zu oft .... an sie gerichtet.

Sie will schreiben und sie schafft es nicht.
In die letzte Woche sind schon einiges passiert worden. Normalerweise würde sie denken, Engels gibt es immer wieder und die vergessen Dich nicht. Aber .... sie rutsch seit Monate auf eine gefährliche Rutsche die ihr keinen Vertrauen mehr gibt und egal ob heute etwas Gutes passiert, die Angst vor morgen ist doch größer. In den letzten Monate verschwanden langsam zu viele wichtigen Elemente aus ihrem Leben .... ob heute mir tatsächlich besser geht als morgen?! Ich will einen Ende an dies Alles ..... ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr .... alles wandelt sich in einer Absurdität die mich übertrifft und erschöpft. Alles geht zurück. Alles geht zum Abgrund und die Frage "Warum?" hat keinen Sinn mehr, weil selbst die Zeit keinen Sinn mehr hat. 


1 Kommentar:

  1. '[...] Das Leben - junger Mann - es ist ein Weib, ein hingespreitet Weib, mit dicht beieinander quellenden Brüsten und großer, weicher Bauchfläche zwischen den ausladenden Hüften, mit schmalen Armen und schwellenden Schenkeln und halbgeschlossenen Augen, das in herrlicher, höhnischer Herausforderung unsere höchste Inständigkeit beansprucht, alle Spannkraft unserer Manneslust, die vor ihm besteht oder zuschanden wird,
    - zuschanden, junger Mann, begreifen Sie, was das hieße? Die Niederlage des Gefühls vor dem Leben, das ist die Unzulänglichkeit, für die es keine Gnade, kein Mitleid und keine Würde gibt, sondern die erbarmungslos und hohnlachend verworfen ist, - erledigt, junger Mann, und ausgespien... Schmach und Entehrung sind gelinde Worte für diesen Ruin und Bankerott, für diese grauenhafte Blamage. Sie ist das Ende, die höllische Verzweiflung, der Weltuntergang...'

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