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Sonntag, 19. April 2020

Was erwartet dein Coach von dir?

22.03.2017 - Niederösterreich

Man liest immer wieder, was ein Athlet von seinem Coach erwartet. Ich wundere, ob die Athleten sich fragen, was ein Coach von einem Athlet erwartet :-), oder?
Und ich spreche nicht von „Ideal“-Profile, sondern so, im Allgemeinen. Sehr viele trainieren ohne Trainer, zuerst aus Kostengründen. Was ich auch verstehe. Jeder muss sich entscheiden, was wichtiger ist. 
Ein Coach kann dich vor Übertraining zum Beispiel gewahren. Übertraining führt zum Verletzungen, Unfälle, Depressionen, Burnout. 
Oder, ein Coach kann deine Ziele und Wettbewerben-Auswahl besser einschätzen, kann dich bei der Entscheidung unterstützen.
Aber OK, ich will hier nicht über alles was ein Coach machen kann, sondern über was ein Athlet, der für einen Trainer sich entschieden hat, für seinen Coach (und für sich selbst, natürlich!) machen sollte:

Brief an meinen potentiellen Klienten/Athleten:

Hey, guys, willkommen in meiner Welt :-)
Meine Regeln, die wichtigsten von ihnen nur:

1. Disziplin 
Du bist freiwillig zu mir gekommen. Es geht um eine bestimmte Art von „Erziehung für Erwachsenen“, ich werde dich nicht lesen oder gehen lernen, sondern dich kennenlernen lernen. 
Disziplin bedeutet, Trainingseinheiten wie im Trainingsplan ausführen, pünktlich sein, dein Leben in Ordnung bringen, dich rechtzeitig bei mir melden, Fragen stellen, ohne Musik trainieren usw.
Wenn der Coach sagt, „Morgen hast du einen trainingsfreien Tag, weil …..“, dann spielst du morgen auch keinen Fußball, zum Beispiel. Wenn du es nicht verstehst, warum denn, dann fragst du ihn.
Wenn der Coach sagt: "Die Woche vor dem Wettkampf Obst/Bier usw. vermeiden.", dann fragst du ihm lieber, warum.

2. Geduld 
Die Ergebnisse kommen nicht über Nacht, das haben wir auch bei der Ironman Coaching Schule gelernt. Egal was du im Leben machst, zuerst investierst du, dann kommen auch die Ergebnisse. Eine Beziehung braucht Zeit. Bewerte deinen Coach nicht zu schnell, besonders wenn bei dir gerade nicht alles so gelaufen ist, wie du es dir vorgestellt hast. In sehr vielen Fällen, die wahren Ergebnisse aus einem Coaching Vertrag zeigen sich erst im nächsten Saison. Geduld ist von beiden Seiten angesagt. Als Coach, bin genauso gespannt und freue mich genauso viel über deine besten Ergebnisse, glaub mir! Ein Stück meiner Seele steckt da, nicht nur meine Zeit, mein Wissen usw.

3. Vertrauen 
Wenn du deinen Coach nicht vertraust, dann sollst du Selbstcoaching machen. Vertrauen geht Hand in Hand mit Geduld. Egal ob du früher nicht so ideale Erfahrungen gehabt hast, in dem Moment als du dich für einen Coach entschieden hast, gibt ihm eine faire Chance. Dein Vertrauenslevel wird durch deine Energiefelder gespürt. Ich sage nicht, blind zu vertrauen, aber nicht mit bestimmten negativen oder skeptischen Grundsätze diese Beziehung starten, es schadet der Beziehung und die Sachen könnten nicht so ideal verlaufen. 
Ein Coach kann die meisten seinen Entscheidungen wissenschaftlich erklären. Manchmal aber, hinter einer Entscheidung steckt viel mehr, als man in ein paar Worte geklärt werden kann, da steckt Jahren von Erfahrung und einen Haufen von Wissen, die du, als Athlet, nicht hast. Ausserdem ist es auch nicht selbstverständlich, dass ein Coach alles sagt, was er weißt, schließlich ist es sein tägliches Brot!
Ich habe auch mal eine kurze Erfahrung mit einem Coach gemacht: Ich stellte ihm eine sehr einfache Frage, ich wollte den Mechanismus verstehen. Er hat die Frage ignoriert und nie drauf reagiert, bzw. sie nie beantwortet. Das ist eine andere Sache. Er hat mich als Klient sehr schnell auch verloren. So geht es nicht! 
Ach: ein guten Coach darf auch „Ich weiß es jetzt nicht!“ sagen, aber er wird bestimmt noch dazu sagen: „Ich werde mich erkundigen und die Frage beantworten.“

4. Sei 100% ehrlich 
Ich frage oft, wie es dir geht, wie du schläfst usw. Nach eine bestimmte Trainingseinheit, nach einem Wettbewerb oder vor dem Start. Sei ehrlich! Es ist für mich sehr wichtig, dass ich auch dein „Bauchgefühl“ zur Kenntnis nehme. Überschätze dich nicht, sei ehrlich mit dir selbst. Es ist zum deinen Gunsten, du trainierst doch nicht für mich! Mir musst du nichts beweisen, glaub mir!
Und vor allem, lass uns über deine wirklichen Ziele ausführlich sprechen, nur so kannst du erkennen, ob diese deine Ziele sind und nur so kann ich dich richtig coachen und betreuen. 

5. Kommuniziere: reden und zuhören 
Immer kommunizieren. Du hast einen Ziel, einen Trainingsplan, wir beide wissen, was auf dich zukommt. Willst du am Samstag statt 2 Studen Radfahren in Zone 2 mit Freunden eine Radfahrstrecke von 4 Stunden in Zone 3-4 unternehmen, frag mich! Geh nicht raus aus dem Trainingsplan, ohne deinen Coach zu fragen! Er kann ja oder nein sagen. Diese Änderungen führen auch zu weitere Änderungen im Trainingsplan. Vielleicht willst du am Sonntag einen langen Lauf-Wettbewerb machen, statt 2 Stunden in Zone 2 zu trainieren. OK, wenn passend, warum nicht? Aber das heißt, dass du am dem Tag keine weitere 3 Studen auf dem Rad trainierst, das heißt dazu vielleicht, dass am Montag Ruhepause machst, statt 2 Stunden Schwimmen und 2 Stunden radeln. Es ist wichtig, mit deinem Coach rechtzeitig und über alle diese Entscheidungen oder Wünsche zu sprechen und seine Entscheidung oder seinen Rat zu zuhören. Die Entscheidung liegt im Grunde nur bei dir!
Beantworte alle meine E-Mails, genauso wie ich deine beantworte. Kurz, so dass ich sicher bin, die Nachricht hat dich (rechtzeitig) erreicht. Danke.

6. Verantwortlichkeit ist nicht einseitig 
Ein Coach ist nicht Gott. Der Gott bist du selbst! Keiner auf der Welt kann die Verantwortlichkeit für dein Leben übernehmen. Wenn du das verstanden hast, dann wird alles perfekt laufen und nicht nur in der Beziehung mit deinem Coach, sondern in allen Bereichen deines Lebens. In der Beziehung Coach-Athlet ist die Verantwortlichkeit geteilt und die Prozente sollten von Anfang an besprochen und verstanden werden.
Ein Coach ist auch kein Hellseher, lass mich also nicht blind tasten. Ich kann dich nur dann richtig coachen, wenn ich alle Informationen habe. Den Coach, Priester und Arzt sollst du nie anlügen, sonst können sie dir nie richtig und vollständig helfen, Amen! :-) 
Über Erfolgsdepressionen .....  
Ich freue mich auf konstruktiven Kommentare!
Dein Ironman Coach,
Anca - www.sportyourlife.at
            office@sportyourlife.at

Mittwoch, 16. Januar 2019

Lade dich selbst zum Tangotanz ....

Das Leben ist Nichts und Alles. Das Leben ist, was jeder draus macht. Das Leben ist Ausdauertraining (Der Coach sagte: "Wenn du dein Leben als Ausdauertraining definierst, so bekommst du ein Leben, wo du Ausdauer beweisen muss, sonst hätte diese Eigenschaft für dich keinen Sinn und das Universum erschöpft nichts ohne Sinn!")
Im Ausdauertraining darf man den Körper von dem Geist nicht trennen. Man kann diese beiden Einheiten, die sich zusammen zum menschlichen Wesen tun, gar nicht trennen. Am Anfang machen fast alle diesen Fehler und starten langen Strecken mit Musik in den Ohren zu laufen. Sie behaupten, ohne Musik, ohne die externe Motivation (die eigentlich eine Störung ist), wäre ihnen den Lauf zu langweilig und fad. Sie denken nicht, wenn sie so was behaupten. Sie sprechen aus dem Unterbewusst und sie haben keine Ahnung, dass sie das ganze Leben lang fast nur im Unterbewusst stecken.
Sie starten die ersten Kilometer zu laufen. Heute, morgen, nächste Woche, nächsten Monat. Dann trifft man sie unterwegs und sieht sie an und merkt, dass sie zwar die Ohrstöpsel dabeihaben, aber die sind nicht in den Ohren gesteckt. Die Musik spielt, sie hören sie teilweise zu und laufen. Nach noch einem Monat trifft man sie wieder. Diesmal keine Spur von irgendwelchen Musikgeräten. Die Ohren sind frei, der Blick ist geradeaus gerichtet, ein Lachen im Gesicht strahlt, die richtige Lauftechnik und den passenden Schwung zeigen die Fortschritte. Sie antworten sogar auf „Gruß Gott!“ Meine Güte, was ist passiert? Sind sie einmal krank geworden oder was?!
Nein, sie sind nicht krank. Sie sind nur im Bewusstsein. Sie haben es geschafft zu verstehen. Sie haben es geschafft, sich Zeit zu nehmen, um Zeit zu haben. Sie haben es geschafft, achtsam zu werden. Sie sind nun wahren Ausdauerathleten – ob im Sport oder bloß „nur“ im Leben, der Unterschied ist irrelevant. Ausdauersport als Lebensdisziplin bringt dich zu dir zurück und ab jetzt darfst du leben, nicht nur existieren. Ab jetzt darfst du erleben, genießen, dich nie mehr mit dir selbst in Langeweile verweilen.
Das Mentales bestimmt unser Leben, egal ob wir darüber bewusst oder nicht bewusst sind. Es ist unmöglich, mental nicht zu handeln. Wir sind was wir denken und haben was wir denken. Anziehungskraft und Resonanz ist ein Spiel des Mentales in uns und dabei geht es nicht nur um Denken, aber gleichzeitig um fühlen.
An einem Ende der Welt, wo nur wenigen Menschen anzukommen gelingt, stand sie auf einem großen Stein. Das schweres Rucksack, den sie seit drei Wochen mit sich durch Kälte, Öde, Nebel, Tag, Nacht, Sonnen- und Mundschein herumschleppt, hat sie nicht runtergebracht. Hinter sich herrscht die ganze Kette des Himalayas, alles im Weiß wie ein Hochzeitskleid. Die sechs-, sieben- und achttauschenden verschlingen sich in einer Perfektion über den längsten Gletscher der Erde. Sie guckt nach rechts zum PumoRi und Everest, wovon sie gerade kommt, als einzelnen Trekker, der sich Ende Dezember durch diese Gegend sich verspätet hat. Sie ist seit sechs Stunden unterwegs und wird wahrscheinlich noch vier Stunden gehen. Sie geht sehr langsam, weil sie diese Welt, dieses Erlebnis, diese Gefühle, dieses Jetzt nicht hinter sich lassen will. Die Seele weint in die Tiefe als sie doch aufsteht, den Rücken zum Everest dreht und ihre Reise auf dem Weg nach links verfolgt. Sie lässt hinter sich das Unmögliche und kehrt zu die Bekannte. Auch wenn es möglich wäre, hier für immer zu bleiben, sie würde es nicht aushalten. Sie weiß es. Aber die Illusion, dass sie hier für die Ewigkeit ihr Glück finden würde, kommt immer wieder. So sind wir immer oder so lassen wir uns immer von hier und dort gehetzt, wir können uns nicht entscheiden, was wir im Grunde wollen. Weil wir es nicht so genau wissen. Warum würde sie hier nicht aushalten? Weil sie immer „weiter gehen“, „weiter sehen“, „weiter entdecken“ braucht, Bewegung definiert sie. Ist das Leben für manche eine dauernde Suche oder sucht man dauernd, bis man das Passendes findet?
Das Mentales bringt uns zurück, immer. Aus Krieg, Leid, Depressionen, Suizidversuche, tieferen oder oberflächlicheren Traumas die zu der Reise des Lebens gehören. Ob das Leben eine Reise ist …. Eine Reise hat immer ein Ziel, ein Ende. Hat das Leben ein Ziel oder ein Ende oder wir haben Null Ahnung über diese Sachen?
Das ist aber nicht alles. Nur das Mentale alleine schafft nicht. Das Mentale ist kein Einzelgänger. Zu einem Tango gehören immer zwei. Du darfst dich immer zum Tango einladen.
(die Fortsetzung steht im Buch und das Buch ist unterwegs zur Welt .....)
Künstler: Anka Berger - 2018

Donnerstag, 9. August 2018

Maiskogel-Schmittenhöhe-Ebenbergalm-Zell am See-Schüttdorf - Laufen für die Seele

Ort des Geschehens: Kaprun - Zell am See, Österreich
Zeit des Geschehens: - Anfang August 2018, am Nachmittag
Blick über Kaprun. Bin auf dem Maiskogel, etwa 2,5 km entfernt von Kaprun, bergauf
Nachdem Juli uns in Schwämme umgewandelt hat, weil der Regen ununterbrochen fließ und fiel, jetzt leiden wir unter die Hitze und Dürre. Die Kühe auf die Wiesen suchen auch verzweifelt nach etwas Schatten, sie gruppieren sich unter Bäumen, wo und wann immer es möglich ist. Und dann bleiben sie dort für Stunden, fast unbewegt.
Ich war müde nach einer sehr kurze Nacht. Um etwa eins ins Halbschlaf eingerutscht und ab 5:30 wieder wach und bis etwa 14 Uhr im Stress gearbeitet. Eine Arbeit, die mir meistens Spaß macht, die alleine aber schwierig zu überwältigen ist. 
Ich dachte mir, einen Lauf am Nachmittag wäre gar nicht so verkehrt, so zog ich mich rasch um und lief weg durch die Sonne.
Die Strecke hinter dem Hotel in Kaprun beginnt sofort mit steilem Aufstieg auf dem Maiskogel, der Hausberg hier im Kaprun.
Der Pferd musste leider den Schattenfleck verlassen, weil er von Fliegen angegriffen wurde und die einzige Chance war, sich schnell zu bewegen. Ich dachte mir: "Danke, dass ich nicht ein Pferd oder eine Kuh bin, danke, dass ich mich währen kann!" 
Nach etwa zwei und halb Kilometer aufstieg setzte ich mich auf einer Bank auf dem Berg, im Schatten und guckte nach unten (1. Bild oben). Ich war echt müde ..... Ich legte mich hin, es war so angenehm und ruhig. Ich schlief ein. Nach 20 Minuten war ich wach, als ich im Schlaf etwas gespürt hätte. Tatsächlich kam von oben auf dem schmalen Pfad jemanden. Er fragte mich, ob mir gut geht. "Ja, ja .... danke. Ich bin nur müde, aber es geht mir gut." Der Mann ging weiter bergab.
Ich entschied, zurück zu laufen, nach Kaprun. Die enormen Milchkühe faszinieren mich immer wieder auf die Wiese um dem Burg. Was für eine Last sie doch mitschleppen, meine Güte!!
Etwa 7 Kilometer weiter erreichte ich Schüttdorf und nahm um 16:30 der AreitXpress nach AreitLounge auf dem Schmitten, "mein Hausberg", den ich so gerne im Winter, Frühling und Sommer laufe. Bald kommt auch der Herbst, mein erster Herbst hier im Region.
Normalerweise laufe ich immer die Strecke, aber jetzt wollte ich Zeit sparen, weil ich doch bis hoch zum 2.000 gelangen wollte. Was ich mir genau ersparte? Etwa 600 m Höhenunterschied binnen 5 Kilometer, die ich ohne Stress in etwa 60 bis 75 Minuten laufe.
Ich schaute durchs Fenster die Wege, wo ich immer hin- und her laufe. Kaum zu glauben, dass ich diesen Berg von unten nach ganz oben mehrere Male gelaufen bin, aus der Kabin sieht alles so lang und steil.
Von AreitLounge, wo noch wenige Leute um 17 Uhr waren, lief ich weiter nach oben zum Glockner Haus. 
Im Wald entdeckte ich Johannisbeeren - eine Menge!! - und ein quasi schwebendes Holzbett, zwischen zwei Bäume gefestigt. Schönen Platz zum schlafen :-)
Ich ließ das Glockner Haus (Schmitten 34 - es hat sogar eine Adresse!)  hinter mir und guckte, wie immer, fasziniert zurück über das Brunnermais Reservoir.
Brunnermais Reservoir oder "See der Kunst"
Der Pfad ging steil weiter bergauf und die Panorama erweiterte sich. Jedesmal wenn ich hier bin, ein Gefühl der Liebe überflütet mich ....
So schööööön ..... crossing the road, alone .... 
Ein Selbstbild zu machen war mir Wert, egal wie spät es schon war. Ich wusste, ich habe noch mindestens zwei - drei Stunden Tageslicht.
Diesmal nahm ich den Weg rechts, weil ein bisschen kürzer ist. Wenn ich zeitlich gut liege, kann ich den Parallelweg durch den Wald beim Rückkehr nehmen.
Hier (Bild unten) angekommen kann man weiterhin auf dem Weg in grösseren Serpentinen weiter laufen oder man nimmt den schmalen, steilen schlangenartigen Pfad durch die Alpenwiese und ich nehme immer die zweite Variante.
Kein Mensch war weit und breit zu sehen. Und das kann unheimlich werden, wenn man am Ende des Tages feststellt, dass ganz alleine auf einem großem Berg unterwegs ist ..... und dazu alles schon geschlossen ist ..... das war die Überraschung des Tages für mich .....
Wiedermal anhalten und zurück blicken, woher man kommt ..... man sieht rechts das Hirschkogel (2.) Reservoir auf dem Schmitten.
Das lag noch vor mir, aber zeitlich war ich echt gut drauf. Bei AreitLounge stand: etwa 110 Minuten bis zur Schmittenhöhe und ich wusste, nach nur höchstens 70 Minuten werde ich den Punkt schon erreichen. 
Daher war ich entspannt und gönnte mir genug Zeit, Bilder aufzunehmen. Ich konnte immer noch nicht glauben, dass ich keine Menschen treffe, keine Läufer, niemanden ..... wieso?!
Nur noch etwa 300 m bis zur Schmittenhöhe .... ich dachte mir, wow ..... ich habe noch genug Zeit, ein bisschen weiter zu laufen .....
Und so entschied ich mich zum ersten Mal für den "Sisi-Wanderweg" - eine Strecke für etwa ein Kilometer lang. 
Panorama über Zeller See ..... immer faszinierend.
Und zwei Bänken unterwegs ...... herrliches Wetter, herrliche Stimmung
Ein Punkt, wo Sisi gerne stehengeblieben war - nehme ich an ......

Wäre 16 Uhr statt 17:45 gewesen, so wäre ich bestimmt bis Sonnkogel weiter gelaufen.
Bei Hochzelleralm machte ich meinen Wendepunkt, eine lange Rückstrecke lag noch vor mir, da jetzt auch keine Kabinen mehr verkehrten, also keine Lösung für eventuellen Notsituation war verfügbar.
Der Weg über den Bergkamm war sehr einladend .... so entschied ich, nächstes Mal bald einen langen Tagesausflg zu machen, die ganze Strecke bis hierher zu laufen (10-12 km) und dann weiter über die Bergen die von mir noch nicht entdeckte Welt zu erkündingen :-) Es könnten sich etwa 30 bis 40 Km zusammenstellen, denke ich ....
Der Hochzeller-Alm war geschlossen, alles tod. Das überraschte mich. Für 20 Euro wäre ich hier sogar zur Übernachtung geblieben und am nächsten Morgen weiter gelaufen.
Noch ein Blick zurück, woher ich kam und wohin ich nun laufen musste ..... Schmittenhöhe mit der Baustelle.
Und ein "Auf Wiedersehen, bis bald!" zu die einladende Strecke nach Sonnalm .....
Übers Tal formte sich eine faszinierende lange vertikale .... irgendwas (Wolke?! Bestimmt nicht), die auch lange dauerte.
Ich erreichte die Schmittenhöhe und die Kapelle wieder und mein Abenteuer bergab began kurz vor sechs Uhr am Abend! Noch mindestens zehn Kilometer lagen vor mir, ich musste mich beeilen.
Warum beeilen? Weil man auf dem Berg fast nie vorsichtig genug sein kann und weil in meinem Fall, rückblickend auf mein Leben,  man nie weiss, wann ich zurück gelange .... und der heutigen Tag war wieder so ein Beispiel von kleinem Abenteuer.
Es war 17:56 und auf dem Schild stand: 3 Stunden. Das hieß für mich, um 19:30 - spätestens um 20 Uhr hätte ich Zuhause sein können :-), ganz locker!
Wie gedacht, ich nahm den Weg durch den Wald zum Glockner Haus, zeitlich lag ich optimal.
Dieser Weg finde ich immer sehr idyllisch .....
Ein Stück eines Regenbogens streckte sich wunderschön vor mir. Ich hatte die gute Kamera nicht dabei, daher sind die Bilder qualitativ nicht so gut, aber die Idee bleibt. Das Glocknerhaus lag vor mir und ich nahm der Weg links seitlich des Reservoirs.
Von dort, sehr steil bergab erreichte ich in etwa 10-15 Minuten die Mittelstation.
Von der Mittelstation laufe ich immer zu den sogennanten 1. Reservoir, Plettsaukopf, welcher mir auch am besten gefällt und den ich Anfang Dezember 2017 zufällig entdeckte. Seitdem geht meine Faszination über diesen Ort nicht mehr weg :-)
Aber diesmal war anders. Kurz vor dem Reservoir nahm ich zum ersten Mal den steilen Waldpfad nach Ebenbergalm!
 So .... ich dachte mir, nichts kann falsch gehen ....
Und der Weg stieg ab und stieb ab und erschien mir unendlich .... aber schöööön!
 Und der Weg stieg ab und stieb ab und erschien mir unendlich .... aber schöööön!
Und der Weg stieg ab und stieb ab und erschien mir unendlich .... aber schöööön!

Und dann kam der Ebenbergalm, aleluja!!! Nach eine Stunde und etwa 8 oder 9 Kilometer erreichte ich den Alm gerade als die letzten Gästen rausgingen und ich vermutete, auch hier wird alles jetzt geschlossen. Ich hatte Wasser dabei, war OK ....
Der Alm ist sehr schön positioniert und wirkt auch sehr einladend. Ich sah den Wirt mit einer wunderschöne rote Weste über weißes Hemd. Er schloß gerade die Fenster zu. Ich fragte: "Sie schließen bestimmt zu, oder?" 
"Ja, wir machen Schluß. Aber etwas zu Trinken kann ich noch anbieten!"
Toll!!! Ich nahm ein Bier, was sonst?!?! Sehr teuer .... 4,40 Euro - ich ließ 5 Euro - aber es war auch meine erste Ausgabe seit über einen Monat. Ich gönnte mir dieses Luxus.
Die Panorama ist atemberaubend ......
Die Kette des Steinernem Meeres ....... und all die Wege die ich mehrere Male mit dem Rad radelte .....
Und mein Bier :-)
 Prost!! Ich dachte, ich bin jetzt im Sicherheit, wozu die Eile? In maximal 30 Minuten kann ich von hier mein Haus erreichen ..... ha-ha ......  die Überraschung kam noch.
 Bunt und lebendig überall
Antiquitäten umgewandelt und Kräuterschnappse 

 
 Nach etwa halbe Stunde verabschiedete ich mich vom Wirt und .....
 
 befand mich sehr schnell auf einer falsche Strecke, die nirgenwo führte .....
Man sieht hier deutlich, wie der Berg zerstört wurde, um diesen Weg aufzubauen ..... Wunden .... 
 Ab hier hatte ich das Gefühl, ich bin doch falsch unterwegs...... ich ging aber weiter ....
 
 Erstaunlich, wie die Natur Wege zum Leben findet .....
 Noch eine Kurve und die ganze Geschichte began mir unheimlich zu werden .....
 
und noch unheimlicher .....
bis hier, als ich entschied, doch zurück zu laufen!!
 Ich lief also zurück ....
Der Schild zeigt deutlich nach Schüttdorf, aber der führt nirgendwo und es war mir zu spät und zu riskant, um es erneut zu versuchen ..... ich kam doch gerade von "dort" ...... es schien ein noch nicht fertiggestellten Waldweg zu sein ..... Ich nahm also diesmal die Richtung links, eine andere Option, Zell am See zu erreichen.
 Ich hörte Musik aus Zell am See kommend ......Dann kam die "Kreuzung": rechts nach Schüttdorf oder links nach Zell am See.
Um etwa acht Uhr war ich Mitte in der Altstadt und genoß ein sehr gelungenes Live-Konzert für die nächste halbe Stunde. 
Explosive, gute Musik einer junge holländische Orchestra. Gott, war das gut!!!
Dann ging ich zu den Elisabeth Park wo die Wasserspiele waren. Der Park war überfüllt von Menschen aus aller Welt und doch erstaunlich ruhig ..... Es war kurz vor 22 Uhr .... ich blieb zehn Minuten, ich ging dann weiter, bis nach Hause hatte ich noch 2,5 Kilometer.
Kurz danach hörte ich die Moderatorenstimme und ich verstand, was die Menschen dort erwarteten: der Show ab 22 Uhr!! Ich war doch zu müde, um noch zurückzugehen und zu bleiben, ich kann andersmal kommen.

Nach etwa 30 Km und insgesamt 6 Stunden unterwegs, fühlte ich mich stark und glücklich :-)


I'm WATCHing YOU!! :-)